„Wir geben die Illusion, dass das alles ganz einfach ist.“ INA KENT meets Rebecca Horner

Mit ihren 31 Jahren hat die Balletttänzerin Rebecca Horner schon eine Vielzahl an beruflichen und privaten Erfolgen zu verzeichnen: Eine beeindruckende Karriere als Solotänzerin am Wiener Staatsballett, eine kurze, aber dennoch ansehnliche Laufbahn als Schauspielerin im jungen Kindesalter und die Geburt zweier Töchter. „Wie macht sie das bloß alles?“, fragen wir uns. Als wir Rebecca Horner an einem eiskalten Wintertag zum Spazierengehen im Wiener Arsenal treffen, wollen wir also herausfinden, wie sie ihr vielbeschäftigtes Dasein managt, ohne sich dabei selbst aus den Augen zu verlieren. Ein Gespräch über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Herausforderungen ihres Alltags und darüber, was ihre Tasche über sie verrät.

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Rebecca Horner meets INA KENT
Rebecca Horner meets INA KENT

Dem / der Durschnittsbürger*in sind die Rahmenbedingungen Deiner Profession wahrscheinlich sehr fremd. Was man aber durchaus mitbekommt ist, dass es ein hartes Business ist und wenn man davon leben möchte, muss man eine eiserne Disziplin vorweisen, die vermutlich auch vor dem Privatleben der Tänzer*innen keinen Halt macht. Gibt es eine Grenze zwischen Deinem Privat- und Berufsleben, wo ziehst du diese Grenze und hat Dich Deine Disziplin schon einmal im Stich gelassen?
Ich denke, dass diese Grenze meine Familie für mich zieht. Mir selbst fällt das schwer, denn ich nehm‘ meine Arbeit gerne mit nach Hause. Da heißt nicht, dass ich buchstäblich weitertanze, aber mental kann ich mich nur schwer davon trennen – vor allem, wenn es um eine Rollengestaltung geht. Meine Familie hilft mir sehr dabei, einmal abzuschalten. Sie brauchen mich einfach und da kann ich nicht absent-minded sein. Auch Routinetätigkeiten wie frühes Aufstehen, Frühstück machen, meine Kinder für Schule bzw. Kindergarten vorbereiten, Online-Konferenzen einschalten, Wäschewaschen – das sind die Dinge, die mich immer wieder auf den Boden der Realität zurückbringen. Ansonsten würde ich mich vermutlich nonstop mit meiner Arbeit beschäftigen, denn es ist gewiss kein Nine-to-five-Job.

Es fällt mir nie schwer, die nötige Disziplin für meinen Beruf aufzubringen. Gegenwärtig, in Home-Schooling-Zeiten, ist es oftmals genauso herausfordernd alles am Laufen zu halten und meinen Kindern eine Struktur zu geben.

Wie schaffst Du es bloß, die vielen Bereiche Deines Lebens – Beruf, Kinder, Partnerschaft und Freizeitgestaltung – unter einen Hut zu bekommen?
Viel viel Organisation. Für alle Eventualitäten gewappnet sein, den Alltag aller Familienmitglieder bestmöglich aufeinander abstimmen und synchronisieren. Dann klappt das eigentlich alles ganz gut. Wenn unsere Berufe phasenweise zu vereinnahmend sind, bemühen wir uns umso mehr, wieder Balance in unser Leben zu bringen und uns den nächstmöglichen Tag freizuhalten. Wichtig ist mir auch, dass wir uns immer gegenseitig Updates geben und Bescheid wissen, wie es jedem von uns geht, damit wir einander nicht aus den Augen verlieren. Oft sind wir alle physisch oder mental an unterschiedlichen Orten – mein Mann in München, ich beim Training oder Proben in der Oper, meine große Tochter im Schulalltag und meine kleine Tochter im Kindergarten. Deshalb lieb‘ ich es so, wenn wir abends nach Hause kommen, beim Abendessen zusammensitzen und uns austauschen können. Das ist eigentlich meine favourite time of the day.

Gibt es da noch Raum für Hobbies?
Yoga. Ich weiß, das hat auch wieder mit körperlicher Betätigung zu tun. Aber da geht es mir, ohne dass ich mich wahnsinnig verausgaben muss, irrsinnig gut danach.

Ballett hat ja ein sehr elitäres Image – nicht nur, weil die (professionelle) Ausübung nur den besten vorbehalten ist, sondern auch, weil die Rezeption irgendwo doch hochkulturell ist. Würdest du sagen, dass zu wenig auf jene zugegangen wird, denen die Hochkultur nicht durch das Elternhaus nähergebracht wurde?
Ich frage mich häufig, ab welchem Alter man Kindern diese Aspekte näherbringen könnte, um ihnen somit einen einfacheren Zugang zu Kunst, Ballett und Tanz verschaffen zu können. Vermutlich wäre es sinnvoll, wenn man bereits in der elementaren Bildung damit beginnt, Kindern Kunst näherzubringen und dabei auch auf Bewegung fokussiert, damit sie ein Gefühl für den eigenen Körper entwickeln. Bewegung zur Musik wäre daher auch naheliegend, immerhin ist es so, dass selbst Kleinkinder intuitiv zu tanzen beginnen, wenn sie Musik hören.

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Rebecca Horner meets INA KENT
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INA KENT meets Rebecca Horner

Was denkst Du über die Geschlechterrollenklischees, mit welchem der Tanzsport zu kämpfen hat und warum sehnen sich junge Mädchen so oft nach Ballettstunden?
Grundsätzlich denke ich, dass vielleicht auch Buben das Bedürfnis hätten, sich auf diesem Wege zu verausgaben – zu tanzen und sich zu bewegen. Aber in solche Geschlechterrollen-Klischees wird man schon ganz früh hineingedrängt. Wenn man sich ansieht, was in Kinderbüchern vermittelt wird, entsteht der Eindruck, dass man an den Prinzessinnen und Feengestalten mit spitzen Ballettschuhen und Tutu nicht vorbeikommt. Ich denke, dass sich kleine Mädchen daher häufig denken „aha, das brauche ich. So etwas muss ich wahrscheinlich einfach machen – denn, das bin ja ich!“ Darüber hinaus gibt es gewiss Eltern, die genderspezifische Spielsachen und Klamotten besorgen. Wenn die Mädchen immer rosa gekleidet werden und Burschen blau, verankert sich das bereits im jungen Kindesalter in den Köpfen unserer Kinder. Auch, wenn man selbst versucht, dies zu umgehen. Ich hab meine Tochter im Kindergarten – aus ganz pragmatischen Gründen – immer in Bubenklamotten gekleidet. Das hat ihr lange nichts ausgemacht, aber irgendwann ist ihr dann aufgefallen, dass alle anderen Mädchen rosa tragen. Und natürlich wollte sie das dann auch. Das sind soziale Komponenten, die für Kinder eine sehr große Rolle spielen und die man nicht umgehen kann.

Was fandest Du im ganz jungen Alter so anziehend an dem Sport?
Meine Mama erklärt mir immer, ich hätte Energie ohne Ende gehabt – und sie habe nicht mehr gewusst, was sie mit mir machen soll, damit diese Energien ein bisschen rauskönnen. Sie selbst hat eine Musical-Ausbildung gemacht, hat also auch gesungen und getanzt. Von daher war das also naheliegend. Mir hat es jedenfalls von Anfang an irrsinnigen Spaß gemacht. Seitdem ich vier bin, mach ich das also.

"Das, was wir tun, ist immens anstrengend. In einer Trainingseinheit kann es schon einmal vorkommen, dass einem vor Anstrengung die Zunge raushängt. Aber dann auf der Bühne muss alles leicht aussehen."

Und wo siehst Du Dich in 20 Jahren?
Mein Mann ist u. a. Choreograf – er ist derzeit mit einem zeitgenössischen, abendfüllenden Handlungsballett in München beschäftigt. Ich schätze seine Arbeit sehr und hab auch bereits in der Vergangenheit mit ihm zusammengearbeitet – daher sehe ich mich früher oder später als seine helfende Hand. Wir sind ein gutes Team und ich denke, dass wir gut gemeinsam arbeiten können.

Siehst Du Dich als Künstlerin oder Sportlerin?
Natürlich sind wir Hochleistungssportler, aber allen voran Künstler*innen – und das ist die große Herausforderung. Kunst oder künstlerische Leistung ist im Gegensatz zur sportlichen Leistung kaum bis gar nicht messbar, es gibt in der Kunst keine Skala, an der objektiv messbar ist, was jemand leisten muss, um zu den besten zu gehören. Es ist also größtenteils unser subjektives Empfinden, ob wir eine Oper oder ein Ballett als gelungen empfinden.

Das, was wir tun, ist immens anstrengend. In einer Trainingseinheit kann es schon einmal vorkommen, dass einem vor Anstrengung die Zunge raushängt. Aber dann auf der Bühne muss alles leicht aussehen. Wir geben also die Illusion, dass das alles ganz einfach ist. Und in Wirklichkeit ist es körperliche Schwerstarbeit. Bei eine/-r Sprinter/-in spielt es keine Rolle, wie er oder sie bei einem Wettkampf aussieht, da geht es nur um die körperliche Leistung. Bei uns spielen so viele Faktoren eine Rolle und entscheiden schließlich darüber, ob wir unseren Job gut oder schlecht machen. Selbst Haare, Make-up, Kostüm – aber allen voran unsere Persönlichkeit und Ausstrahlung – sind dabei ausschlaggebend.

Es kommt durchaus vor, dass eine Tänzerin technisch astrein ist ... und alles, was das Ballett per se verlangt, ausgeführt werden kann ... aber dass das Charisma, die Präsenz und Ausstrahlung dennoch fehlen. Die körperlichen Aspekte, die Technik, die Schritte sind im Ballett unglaublich komplex und anspruchsvoll, daher wird in der Ausbildung auch in erster Linie Wert auf diese Aspekte gelegt. Daneben nehmen die künstlerische Seite der Berufs und die Persönlichkeitsarbeit vielleicht einen viel zu geringen Platz ein.

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Rebecca Horner meets INA KENT
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Du und INA KENT-Taschen – gibt es da eine Verbindung?
Die erste INA KENT-Tasche hab‘ ich bei einer Freundin und ehemaliger Kollegin gesehen und sie ist mir sofort ins Auge gestochen. Ich dachte: „Okay, ich brauch‘ auch so etwas“. Bald darauf bin ich in den Store gegangen und war erstmal etwas überfordert von der Auswahl. Wusste aber, dass ich eine MOONLIT ed.1 wollte – ein Format, das ich schon seit langer Zeit gesucht hab. Ich hab es dann geschafft, eine Auswahl zu treffen und hab gewusst, dass ich sicher bald wiederkommen werde. Die Tatsache, dass die Qualität und das Design toll sind und es sich um ein österreichisches Unternehmen handelt, hat die Kaufentscheidung dann natürlich einfacher gemacht.

Rebecca Horner Moonlit ed.1 honeycomb Selfie

Welches INA KENT-Modell trägst Du am liebsten und warum?
Die MOONLIT ed.1 ist mein Lieblingsmodell, weil ich bisher immer große Geldbörsen hatte ... unnötigerweise. Sie ist eine richtige Mary-Poppins-Tasche. Total kompakt, aber es passt unheimlich viel hinein. Also, was ich da schon alles hineingestopft hab ... absurd!

Was verrät uns Deine INA KENT-Tasche über Dich?
Ein Blick in meine Tasche würde verraten, dass ich sie nur selten wechsle. Es finden sich dort viele Dinge wieder, die schon ewig dort drinnen verweilen – z. B. Rechnungen, die schon ein halbes Jahr alt sind. Und das heißt wohl, dass ich meine Tasche sehr gerne hab‘ und dass ich mir meine Sachen mit Bedacht aussuche ... und dass ich dann sehr gerne und sehr lange dabei bleibe.

Welche Frage wolltest Du Ina Kent schon immer einmal stellen?
Was hat Dich zum Taschendesign geführt?
Und hast Du Dir überlegt, noch andere „Dinge“ zu designen?

SHORT AND CRISP

Welche Eigenschaft muss ein Mensch besitzen, damit er/sie Dein/e Freund*in sein kann/darf?
In einer Freundschaft möchte man sich aufeinander verlassen können. Ich liebe meine Freunde, weil sie alle authentische Persönlichkeiten sind. Wir haben teilweise sehr unterschiedliche Interessen, aber es gibt mit allen zumindest eine starke Gemeinsamkeit, die uns immer verbindet, egal wie weit wir geographisch voneinander getrennt sind, wie lange wir uns nicht gesehen oder gehört haben.

Hast Du Obsessionen oder Guilty Pleasures?
Ich hab definitiv eine Yoga- und Gemüse-Obsession. :)

Was würdest Du machen, wenn Geld keine Rolle spielte?
Ich würde ein Haus mit Garten für uns und die Großeltern – ein bisschen außerhalb von Wien – kaufen. Familie, Platz zum Atmen und Denken ist das wichtigste für mich.

Gibt es ein Erlebnis, das Dich nachhaltig beeinflusst hat?
Die Geburt meiner 1. Tochter.

Ein Blick in die Zukunft ... gibt es da etwas, das Dir Angst bereitet?
Komischerweise nicht ... und das bereitet mir manchmal Angst. 🤔

Filme, die Dich bewegt haben?

  • Monster AG, Alles steht Kopf. Diese Disney / Pixar Filme drücken immer ganz arg auf meine Tränendrüse.
  • Amour von Michael Haneke

Wohin wird es Dich zuerst hin verschlagen, wenn man wieder unkompliziert reisen kann bzw. was wirst Du tun, wenn es keine Einschränkungen mehr gibt?

  • Café Diglas am Fleischmarkt (favourite coffee and cake place)
  • Brüssel, Berlin – da leben zwei sehr enge Freunde
  • Exzessiv Kulturereignisse besuchen

An welchen Orten verbringst Du in Wien am liebsten Deine Zeit?
Überall, wo ich mich zu Hause fühle.

Was schätzt Du an Wiens Kulturbetrieb und wo gibt es Verbesserungsbedarf?
Plus: Normalerweise gibt es wirklich jeden Abend mehrere Vorstellungen für unterschiedlichstes Publikum, das gefällt mir sehr.
Naja: Es gibt Förderungen im Bereich der freien Szene, diese wird aber gleichzeitig stiefmütterlich behandelt.

Minus: Das „Neue“ und „Innovative“ bekommt im traditionell konservativen Wien zu wenig ernsthafte Aufmerksamkeit.

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05. Februar 2021