INA KENT meets Edita Malovčić

Edita Malovčić ist niemand, dessen Leben und künstlerische Arbeit sich so einfach in eine Schublade pressen lassen. Sie ist künstlerische Allrounderin, ihre Liste an TV- und Filmproduktionen lang, ihr Portfolio vielseitig – vom vielfach ausgezeichneten Debüt „Nordrand“ zur Tatort-Staatsanwältin bis zum Oscar-nominierten Drama „Quo Vadis, Aida“. Eine Vielseitigkeit, die sich nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in Editas aka Maditas Diskographie widerspiegelt. Als Tochter des bosnischen Turbo-Folksängers Kemal Malovčić wurde ihr die Leidenschaft und das Gespür für Musik wohl in die Wiege gelegt. Sie selbst ist Sängerin, ihre Songs schreibt sie natürlich selbst. Mit Turbo-Folk hat ihr eigenes musikalisches Schaffen aber nichts zu tun – über Synthiepop, jazzige Balladen und Trip-Hop-beeinflussten Soulnummern gehört jedoch alles zu ihrem musikalischen Spektrum. Wir treffen die durch und durch sympathische Edita am Wiener Heldenplatz, mit dabei ist ihre charmante Silken Windsprite-Hündin Gaia, die ihre Besitzerin treu verehrt, ihr nicht einmal eine Sekunde von der Seite weicht.

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INA KENT trifft Schauspielerin Edita Malovcic
INA KENT trifft Schauspielerin und Sängerin Edita Malovcic
"Dann gibt es da diesen Drang in mir, den ich schon von klein auf verspürt habe – nämlich mein Innerstes nach außen zu kehren."

Wir sind heute am Wiener Heldenplatz. Warum wolltest Du Dich hier treffen?
Seit ich einen Hund hab‘, komme ich regelmäßig hierher, um den Hundeplatz zu besuchen. Aber auch sonst sitze ich gerne mal in der Wiese und schaue mir einfach die Schönheit dieses Platzes an, der voller Geschichte ist.

Dein Spielfilmdebüt „Nordrand“ liegt mittlerweile dreiundzwanzig Jahre zurück. Mitzwanzig Jahren gelang Dir damit der Durchbruch als Schauspielerin – dabei wurdest Du mehr oder weniger zufällig für die Rolle gecastet und engagiert. „Nordrand“ gilt als „Wendepunkt der österreichischen Filmgeschichte“ und hat im Jahr 2022 noch dieselbe thematische Relevanz wie 1999. Du spielst Tamaras Rolle so überzeugend, so authentisch – die Bedrücktheit, die Melancholie, aber auch die wenigen glücklichen Momente. Wie hast Du Dich als Autodidaktin – ohne Schauspielerfahrung – thematisch und emotional auf diese Rolle vorbereitet?
Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was auf mich zukommen würde. Ich dachte „na gut, dann spielst halt mal in einem Film mit …“. Mein großes Glück dabei war, dass es sich um diesen Film mit ebendieser Regisseurin handelte. Barbara Albert hat mich emotional, aber auch technisch sehr gut durch diese Arbeit begleitet. Und dann gibt es da diesen Drang in mir, den ich schon von klein auf verspürt habe – nämlich mein Innerstes nach außen zu kehren. Gefühle und all das, was so oft verborgen bleibt, sichtbar zu machen. Das kam mir bei der Ausübung der Rolle sehr entgegen. 

Hättest Du Dir als zwanzigjährige Frau Ende der 1990er-Jahre gedacht, dass dreiundzwanzig Jahre später dieselben Themen (Schwangerschaftsabbruch bzw. das Recht darauf, Gewalt gegenüber Frauen, der teilweise unerträgliche Umgang mit Flüchtenden und armutsgefährdeten Menschen) von derartiger Aktualität sein könnten?
Ehrlich gesagt: Nein. Und dann wieder doch, denn wenn man sich die Geschichte der Menschheit so ansieht, dann hat man doch den Eindruck, dass sich gewisse Dinge wiederholen.

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INA KENT trifft Schauspielerin und Sängerin Edita Malovcic alias Madita
INA KENT trifft Schauspielerin und Sängerin Edita Malovcic alias Madita
"Und dann heißt es, in Europa gab es seit 75 Jahren keinen Krieg mehr, es ist einfach nur absurd."

„Quo Vadis, Aida“. Ein atemberaubender Film über den Genozid von Srebrenica. Ein Spielfilm, der wehtut … und zwar so richtig. Dein Charakter, Vesna, spielt zwar keine ausgedehnte, aber dennoch signifikante Rolle. In dieser kurzen Begegnung zwischen Vesna und Aida geht es um den Narrativ, der den Diskurs des Bosnienkrieges bis zum heutigen Tage bestimmt – nämlich Schuldgefühle bzw. -bewusstsein und das Unbehagen, das so groß ist, dass lieber darüber geschwiegen wird. Wie erging es Dir dabei – als bosnische Migrantin zweiter Generation – Dich auf dieses Projekt einzulassen und vorzubereiten?
Ich hab‘ ja nicht nur bosnische, sondern auch serbische Wurzeln mütterlicherseits. Mir war es sehr wichtig, Teil dieses Projektes zu sein, um bei der Aufklärung behilflich sein zu können und meinen inneren Frieden mit diesem Krieg zu finden. Ich trage irgendwie ein Gefühl von Kollektivschuld in mir, welches sich, denke ich, in der Rolle ganz gut transportiert. Ich musste wenig dazu beitragen, das Gefühl kam in der Enge der Umgebung ganz von alleine. Es ist generell enttäuschend, dass es kaum Aufarbeitung zum Bosnienkrieg gab. Hunderttausende Menschen haben ihr Leben verloren … und im kulturellen Gedächtnis der Europäer*innen existiert dieser Krieg nicht, es gibt eine vage Erinnerung daran, dass da ja noch etwas war. Und dann heißt es, in Europa gab es seit 75 Jahren keinen Krieg mehr, es ist einfach nur absurd.

"Ich habe gelernt, die Dinge loszulassen, wenn sie nicht sind oder sein sollen."

Deine Filmographie umfasst viele Titel – darunter beliebte TV-Produktionen wie der deutsche „Tatort“. In einem Interview bei „Willkommen Österreich“ meintest Du allerdings, dass die Rejection-Rate in dem Business auch bei bekannten Gesichtern recht hoch sei. Wie lernt man, damit umzugehen? 
Tatsächlich hab‘ ich immer wieder mal Probleme, damit gelassen umzugehen. Vor allem, wenn man schon lange auf ein Projekt wartet. Man muss aufpassen, nicht anzufangen, an sich selbst und seinen Qualitäten zu zweifeln. In diesem Business braucht man nicht nur deshalb eine dicke Haut. Man arbeitet ja mit seinem Körper und wird zwangsläufig mit seinen Äußerlichkeiten konfrontiert. Das legt einen Fokus auf Dinge, die mir vielleicht im normalen Leben nicht so viel ausmachen würden. Zum Beispiel ein Bad Hair Day oder ein Pickel. Wie es mir genau gelingt, in Balance zu bleiben, weiß ich gar nicht so recht. Auf jeden Fall gehören die tägliche mentale Arbeit und regelmäßige sportliche Betätigung dazu. Da kriegt man am besten den Kopf frei.

Gibt es eine Rolle, die Du nicht bekommen hast … aber wahnsinnig gerne gehabt hättest?
Davon gibt es einige. Aber ich habe gelernt, die Dinge loszulassen, wenn sie nicht sind oder sein sollen.

Eigentlich schlägt Dein Herz ja für die Musik. Du bist Singer-Songwriterin, hast Musikwissenschaften studiert und bist zudem Tochter des bosnischen Folk-Sängers Kemal Malovčić. Gibt es etwas, das Du nur über die Musik ausdrücken kannst?
Mich selbst. Es ist eine sehr intime Arbeit, die zum Teil sogar in mir Verborgenes ans Tageslicht bringt. Sehr reinigend und befreiend. Die Musik kommt allerdings momentan zu kurz, einerseits fehlt mir manchmal die Muse … andererseits die Zeit.

Welche Deiner Lyrics bedeuten Dir am meisten?
Karma!
Karma seems to bear and bury 
Hunts for us although we are scary.

Als ob das alles noch nicht genug wäre, nahmst Du auch (erfolgreich) an „Dancing Stars“ und „The Masked Singer“ teil. Worin lag Deine Motivation, in diesen Formaten mitzuwirken?
Ich war als Kind ein Fan von Revuefilmen und ich dachte, in so einem Format könnte man zumindest einen Hauch davon mitbekommen, wie das vielleicht einmal war. Dancing Stars war sozusagen mein Revuefilm. Eine weitere Motivation war für mich, das Tanzen zu lernen. Ich war eine Tanzschulverweigerin. Dementsprechend habe ich als eigentlicher Tanz-Fan diese Chance gerne genutzt. Bei Dancing Stars stand dann aber meine Person so im Mittelpunkt, dass dieser Umstand mein Interesse an dem maskierten Format geweckt hat. Ich wollte sehen, wie die Leute urteilen, wenn sie nicht wissen, wer dahintersteckt. Ich habe daraus einige wertvolle Erkenntnisse gezogen.

INA KENT trifft Schauspielerin Edita Malovcic

Als Voyeuristinnen Deines Instagram-Accounts wissen wir, dass Dich INA KENT-Taschen schon lange Zeit begleiten. Was verbindet Dich mit INA KENT-Taschen bzw. wie lautet Eure Geschichte?
Ich denke, meine Leidenschaft begann gegen 2007/2008. Eine Freundin kaufte sich ihre erste INA KENT-Tasche – das entfachte ein Feuer. Alle Freundinnen kauften sich dann diese Tasche. Sie bestach durch ihr simples Design und ihre Optik.

Was schätzt Du an INA KENT-Taschen?
Sie sind Allrounder. Man kann sie sowohl elegant wie sportlich einsetzen. Meine MOONLIT habe ich seit über einem Jahrzehnt. Natürlich hat sie sich verändert – sie ist heller geworden, das Leder speckiger, die Riemen etwas länger. Aber sie ist immer noch schön und irgendwie unkaputtbar.

Welche Frage wolltest Du Ina Kent (der Person) immer schon einmal stellen?
Bis heute war ich mir nicht sicher, ob die Designerin tatsächlich auch Ina Kent heißt. Und mich würde interessieren, wie sie eigentlich auf diese Design-Ideen kommt?

Ein idealer Tag im Leben der Edita Malovčić?
Mit meinen Liebsten in den Tag hineinleben ohne Stress und Druck.

Was wäre die Rolle Deines Lebens?
Es gab ein paar Momente, in welchen ich dachte, das könnte die Rolle meines Lebens sein. Aber im Endeffekt spiel ich sie jeden Tag. Meine Rolle Edita.

Wie kann man diese Welt noch retten?
Vielleicht mit Liebe.

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INA KENT trifft Schauspielerin Edita Malovcic

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10. Juni 2022