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"Ist das so, wie ich es mache, die beste Art beziehungsweise der beste Kompromiss, es zu tun?"

Wenn sich CEO und COO gegenübersitzen, wird nicht immer bloß über Hard Facts gesprochen. Anlässlich des Launches der INA KENT Spring 2020 Collection stellte Barbara Goldschmidt 12 Fragen an die Eigentümerin und CEO Ina Kent. Ein Gespräch über die neue Kollektion des gleichnamigen Brands, Zukunftspläne und das brisanteste Thema unserer Zeit: Nachhaltigkeit.

1. Aktuell werden wieder neue Modelle und Farben lanciert. Wen oder was würdest Du als Deine größte Inspirationsquelle bezeichnen?
In dieser Saison waren vor allem frühere INA KENT Modelle Inspiration für mich. Erste Einflüsse findet man in der aktuellen Kollektion auch aus Klassikern der 90er Jahre. Das findet sich aber in der nächsten Saison noch verstärkt wieder.

2. Warum war es für Dich wichtig, beliebte Top Seller weiterzuentwickeln?
Ich finde es wichtig, alles was man tut, regelmäßig zu hinterfragen und auf Verbesserungspotential zu prüfen. Es hat Freude gemacht, die beliebten Modelle durch ganz kleine Adaptionen weiterzuentwickeln und dabei echte Optimierung zu erreichen. Manche Modelle gibt es jetzt ja aber auch in ganz neuen Varianten mit zusätzlichen Funktionen und Details.

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3. Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Unsere Produkte werden in Pakistan und jetzt neu in Indien produziert. Welche Beweggründe gab es für Dich, die gesamte Produktion aus Europa auszulagern und jetzt mit Indien einen neuen Schwerpunkt zu setzen?
Ich möchte gute und doch leistbare Produkte kreieren. Dass sich die Taschenproduktion generell aus Europa wegbewegt hat, ist bekannt. Auch unsere slowakische Produktion war mit den Kapazitäten bereits überfordert. Sollte man in Europa dennoch eine Produktionsstätte finden, die auch nur annähernd preislich und bezüglich der Qualität mit einer asiatischen mithalten kann, muss man davon ausgehen, dass die Mitarbeiter*innen schlecht bezahlt sind und keine guten Arbeitsbedingungen vorfinden.

Unsere indischen Partner arbeiten vorbildhaft. Es ist eine hochmoderne Produktion mit besten Arbeitsbedingungen. Wichtig ist, Partner zu finden, die die eigenen Werte teilen und bei diesen dann regelmäßig vor Ort zu sein. Dadurch kann ich das Konzept und die Ideologie des Unternehmens gut einschätzen. Das ist mir wichtig. Mit meinen Geschäftspartnern entwickelt sich auch immer ein freundschaftliches Verhältnis. Das ist vielleicht nicht notwendig für eine Zusammenarbeit, aber es macht sie erfreulicher.

4. Was dürfen unsere Kund*innen in den nächsten 1-2 Jahren von der Marke INA KENT erwarten?
Wir entwickeln uns weiter. Im Design möchte ich den Taschen einen Hauch mehr Eleganz und Klarheit verleihen. Darüber hinaus werde ich die Details weiter verfeinern. Es wird auch zukünftig neue Leder geben und eventuell werde ich ganz neue Materialien einbringen. Das Unternehmen haben wir ja in den letzten zwei Jahren auf eine ganz neue Ebene gestellt und so alle Voraussetzungen geschaffen, um souverän weiterwachsen zu können. Es wird jedenfalls weiter in Richtung Internationalisierung gehen.

5. Wer ist für dich ein Modern-Day-Hero?
Mit dem Begriff des >Hero< hadere ich ein bisschen. Das Ausmaß der Heldenhaftigkeit wird an die Auswirkung des heldenhaften Tuns geknüpft. Das widerspricht eigentlich oft den wirklichen Attributen eines Helden: unerschrocken und selbstlos. Ich bewundere alle Menschen, die heldenhaft denken und agieren.

6. Welchen gesellschaftlichen Beitrag kann die Marke INA KENT leisten?
Ungefähr soviel wie wir alle für das Klima tun können: alles und nichts – entsprechend wie man es betrachtet.
Ich denke, was man in jedem Moment tun kann, ist sich zu fragen: Ist das so, wie ich es mache, die beste Art beziehungsweise der beste Kompromiss, es zu tun?

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7. Welche Labels, Brands und Designer schätzt du persönlich?
Helmut Langs Designs haben mich durch die Jugend begleitet. Vielleicht hat man darauf als Österreicherin ja einen speziellen Blick, aber ich denke, er hat auch wirklich Einfluss auf die Modewelt gehabt.
Heute noch halte ich die Designs von Ann Demeulemeester für eine wunderbare Kombination aus schlicht und speziell. Andere große Lieblingsnamen sind natürlich Haider Ackermann und Rick Owens. Auch cool: Theory und Rag & Bone.

Ich bin ein großer Fan von schönen Materialien, zurzeit liebe ich zum Beispiel die gemusterten Hemden, Blusen und Hosen aus Seide von Equipment.
Freude macht es aber auch, tolle Stücke bei kleinen Brands zu finden, das funktioniert bei Städtereisen gut.

8. Welche Vor- und Nachteile bringt die Stadt Wien für Designer*innen und Labels mit sich?
Wien ist keine große Modestadt. Das ist schon der große Vor- wie auch Nachteil. Als Modedesigner*in wird man hier grundsätzlich schon mit Vorschussrespekt begrüßt.
Schwierig wird es entsprechend beim Netzwerk, das in den großen und kleinen Modemetropolen dichter ist.

9. Was sind Deine Top-3-Werte? Persönlich und auf das Unternehmen bezogen?
Ich denke der Wille zu Offenheit im Sinne von Aufgeschlossenheit und Unvoreingenommenheit ist wesentlich.
Basierend darauf kann das Triplett Reflektion, Einsicht und die Kompetenz, Veränderungen umzusetzen, alle großen Werte hervorbringen.
Grundsätzlich gehört der Begriff >Anstand< aus der verstaubten Ecke auf die große Bühne zurückgeholt.

10. Ich bin jetzt seit ca. 8 Monaten im Unternehmen. Verratest Du mir etwas, das ich von Ina Kent noch nicht kenne?
Der Jammer ist, dass wir so viel Zeit im Büro verbringen. Daher hast du mich noch nie richtig feiern gesehen!

11. Wo und wie verbringt Ina Kent ihr Leben im Jahr 2035?
Das kann ich dir nicht beantworten, mit allen derartigen Prognosen bin ich immer falsch gelegen. Traust du dir dazu eine Vorhersage zu?

12. Drei Dinge, ohne die Du nicht leben könntest/möchtest.
Also erstens brauche ich einen Bleistift mit Radiergummi und einen Block. Dann hat mich klassische Musik schon oft gerettet, die muss verfügbar sein. Und Kommunikation wie diese. Nächstens würde ich gerne dir Fragen stellen.